Odile in der Internationalen Republik Berlin - dans la République internationale d'outre-ciel
 



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Joachim Fest ist gestorben. Unser Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, reagiert laut Presse- und Informationsamt der Bundesregierung betroffen, ihm werden "seine abgewogenen Urteile, seine kluge, anschauliche Sprache und seine gewichtige Stimme (...) fehlen". Mir nicht, ehrlich gesagt. Ich kann mir abgewogenere Urteile vorstellen als jene, die Fest als Protagonist des Historikerstreits gefällt hat. Und jene über die 68er-Bewegung, deren Ursachen, deren Motivationen und Ziele.
Ich erinnere mich, dass ich vor ein paar Monaten eine Auseinandersetzung mit einem Herrn hatte, der vermutlich um die 15 Jahre jünger als Fest war, aber mit ihm den Hass auf die 68er teilte. Ich hielt ihm entgegen, dieses "68er bashing", das gerade ausgesprochen modern ist, ginge mir auf die Nerven.
Woraufhin er in Fahrt geriet: Die 50er Jahre seien die Besten gewesen und Preußische Werte leider verloren gegangen. Ich wartete nur darauf, dass er die 40er -Jahre und dann die 30er-Jahre anpreisen und den rechten Arm heben würde, doch er unterließ es.
Ich vermute, es sind in erster Linie zwei Kategorien von Menschen, die die 68er verteufeln: Zum einen deren Abkömmlinge, die ein Hühnchen mit ihren Eltern zu rupfen haben, aber wer hat das nicht, und nicht jeder kann das in ein so prominentes Thema verpacken.
Zum anderen die, deren "Entthronung" drohte und zum Teil erfolgt ist, sprich, diejenigen, die von den 68er und deren Folgen nicht profitiert haben: Männer aus gutem Hause und mit der richtigen Weltanschauung zum Beispiel, die keiner sogenannten Minorität angehören ... so wie mein Diskussionspartner. Er hatte auch schon vor den 68er alle Privilegien, hätte auch ohne die 68er studiert, den Beruf seiner Wahl ausgeübt und überhaupt das Leben seiner Wahl geführt.
Sicherlich kann man über vieles von "damals" lachen, den Kopf schütteln, sich aufregen ... Aber, ich sage es ganz offen: Ich bin den 68ern zutiefst dankbar. Und schließe mich ganz und gar Sarah Haffner an, die über die brd sagt: "Es wäre absolut unmöglich, hier zu leben, wenn es diese Bewegung nicht gegeben hätte."
(Zitat aus: Die 68erinnen. Porträt einer rebellischen Frauengeneration. Hg. von Ute Kätzel. Rowohlt Berlin 2002)
13.9.06 09:23
 
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