Odile in der Internationalen Republik Berlin - dans la République internationale d'outre-ciel
 



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Wir haben wir uns kundig gemacht auf der Homepage der Deutschen Regionalbahn über unsere Reiseroute: Boizenburg - Berlin, drei komma fünf Stunden, einmal umsteigen in Schwerin Süd. Was wir, naiv wie wir sind, tun, uns umschauen, zweifeln, verzweifeln. Wir stehen im Niemandsland, kein Bahnhofs- oder sonstiges Gebäude, kein Zeichen menschlichen Lebens bis auf einen Bahnübergang und, in der Ferne, ein Gewerbegebiet, von dem Popsongs der letzten 30 Jahre herüberwehen. Fast eine dreiviertel Stunde sollen wir hier warten und ... keine Bank am Gleis. Ein Hüttchen zum Unterstellen, ja, aber keine Sitzgelegenheit. Dafür ein Mülleimer mit unter dem Hüttchen, wie gut, dass er nicht nass werden kann, und ein Hinweis, dass dies ein rauchfreier Bahnhof ist. Dabei würde selbst ich als Nichtraucherin mir an dieser Stelle eine Zigarette anzünden wollen, détresse, das einzig zulässige Wort für diesen Zustand. Dann entdecken wir das Photo vom Teams des Bahnhofsmanagement Schwerin, das verspricht, für uns da zu sein. Das Team schaut uns mit seinen vielen Augenpaaren an, und in den Augen: détresse. Diese Menschen wissen, was wir fühlen. Schon geht es uns besser. Zumal zu unserer eigenen Sicherheit (die wir gerne teilen würden, wenn nur noch ein paar mehr Homo sapiens hier wären) und um die Qualität des Services zu verbessern (na, das ist kein Kunststück) dieser Bahnhof rund um die Uhr (um welche Uhr?) kameraüberwacht wird, auf gut englisch nennt sich das camera surveillance. Aber es könnte schlimmer sein, Winter zum Beispiel, jetzt ist es September, der wie Oktober daher kommt, dennoch kann man sich auf den Rand des Bahnsteigs setzen, die Beine baumeln lassen und Sudokurätsel lösen. Nur sollte man rechtzeitig aufstehen, denn die vielen Lautsprecher sind nur Attrappe (die Kamera möglicherweise auch): Der Zug kommt, irgendwann, unangekündigt. In Boizenburg gab es zumindest noch Durchsagen, ungeheuer präzise Durchsagen sogar: "Der Zug von soundso nach soundso hat voraussichtlich eine Verspätung von15 bis 16 Minuten." Oder, um die Ankunft unseres Zuges anzukündigen: "Vorsicht auf Gleis 2. Eine Zugfahrt."
Ja, eine Zugfahrt, die ist lustig. Wir hätten auch in Schwerin Schwerin umsteigen können, vermutlich. Aber da wäre das Risiko, den Anschlusszug zu verpassen, größer gewesen. Wenn selbst der Zugschaffner bei der Ankunft in Berlin meint, erwähnen zu müssen: "Wir kommen pünktlich in Berlin an" ... Und nie zuvor bin ich in einem Zug so oft gefragt worden, wo denn das Bordrestaurant sei. Sonntagsfahrer, sage ich da nur. Die Fachkraft am Servicepoint heißt Automat, und um ihn zu benutzen, muss man schon einen recht hohen IQ haben, oder Geduld, oder Geld, das, bei falscher Benutzung, nicht zurückgegeben wird. Bahnfahren ist eben nicht für jedermann. Blöd wie ich bin, beharre ich darauf, auf das Bahnfahren.
8.9.06 09:24
 
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