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Gesellschaft der Tüchtigen

Noch kriecht er nicht mit Weihnachtsbäumchen durch Schützengräben – aber er dankt: zuallererst den Soldatinnen und Soldaten, die die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch verteidigen. Falls wir vergessen haben sollten, dass Deutschland Krieg führt. Falls wir vergessen haben sollten, dass es Arbeitslose in diesem Land gibt und Menschen, die von so wenig Geld im Monat leben, dass Herr Köhler damit vermutlich nicht einmal eine Woche zurecht käme, so hat er es nicht für nötig befunden, daran zu erinnern. Randgruppen, wird er gedacht haben. Oder: die können doch sowieso nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, oder: einfach nicht tüchtig genug. Nun wissen wir also ein für alle Mal, wer dazu gehört, zur Gesellschaft der Tüchtigen: Neben Soldatinnen und Soldaten auch „gut ausgebildete, motivierte Arbeitnehmer, ideenreiche, mutige Unternehmer, und Millionen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die gestalten und anpacken und füreinander einstehen.” All die eben, die auf die Wirtschaftskrise, pardon, Finanzkrise „klug und besonnen” reagieren. Beispielsweise klug und besonnen nach dem Staat rufen, nachdem sie jahrelang jeden Euro Steuern als zuviel und als die Wirtschaft schädigend deklariert haben. Sich jahrelang selbst bereichert haben (oder wie wird man sonst Milliardär?), aber pardon, nein, das Geld wurde verspielt, sagt Herr Köhler, von unsichtbaren Händen in unsichtbare Hände, ja wo laufen sie denn? Den Kameraschwenks hinterher? Aber ein wenig zuversichtlicher bin ich jetzt schon. Denn in der Krise liegt die Chance. Die Chance, dass „das Kapital allen (den Tüchtigen?) zu Diensten ist und sich niemand davon beherrscht fühlen muss”. Ah ja. ‚Gefühlter Kapitalismus’, nennt man das wahrscheinlich.
27.12.08 15:11
 
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