Odile in der Internationalen Republik Berlin - dans la République internationale d'outre-ciel
 



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Der Surexpress f?hrt durch die Nacht. Manchmal z?gert er, verlangsamt seine Fahrt, als habe er Zweifel bez?glich des Weges, dann beschleunigt er wiederum, scheint ein Ziel zu haben, ein Bahnhof, an dem er h?lt, f?r eine unbestimmte Zeit. Still steht der alte Zug, und der menschleere Bahnhof erscheint wie eine erleuchtete Kulisse, hinter der es vielleicht nichts gibt.
Irgendwann ruckelt der Zug, steht wieder still, f?hrt dann langsam, als bereite es ihm unendliche M?he, wieder an. Manche Bahnh?fe durchf?hrt der Surexpress nur, aber auf der R?ckreise wird es vielleicht ein anderer Bahnhof sein, an dem er h?lt, an dem er nicht h?lt.
Die modernen Z?ge wissen genau, wo sie halten m?ssen. Ob Tag oder Nacht, ohne den Anflug eines Zweifels durchschneiden sie die Landschaft, schnell und zielstrebig. N?hern sie sich einem Haltebahnhof, gibt es ein klares Bremsen von hier nach da. Das nennt man den Bremsweg. Die modernen Z?ge halten einige festgelegte Minuten und fahren dann wieder los. Sie werden mit Leichtigkeit schneller, bis sie die auf diesem Streckenabschnitt vorgesehenen Geschwindigkeit erreicht haben. Das nennt man Beschleunigung.
Die alten Z?ge kennen m?glicherweise die W?rter Bremsweg, Beschleunigung und Streckenabschnitt nicht, auf keinen Fall aber das Wort Schienenersatzverkehr.
Der Surexpress kennt mit Sicherheit keines dieser W?rter, und wenn er rattert, macht er pocaterra pocaterra pocaterra. Das nennt man onomatopoetisch.
Zur Abendessenzeit l?uft ein Kellner mit einer Glocke durch die G?nge und ruft jantar, jantar, wobei er die erste Silbe betont, damit sich kein Kontrapunkt zum pocaterra einstellt. So als w?rde man "Abend?ssen, Abend?ssen" sagen und dabei die Betonung auf das erste "E" von Essen legen.
In den modernen Z?gen steigt manchmal ein mobiler Brezelverk?ufer, im Sommer ein Eisverk?ufer auf einem bestimmten Streckenabschnitt zu.
Ansonsten gibt es nicht viele Ger?usche in den modernen Z?gen, au?er dem vielf?ltigen Klingeln der Funktelefone.
Im Surexpress hat man das Gef?hl, als w?rde man f?r alle Ewigkeit durch die Nacht fahren. Der Fahrtwind bricht sich in den Ritzen der Fenster. Wenn man im Sommer das Fenster ?ffnet und sich in den Fahrtwind hinauslehnt, stellt sich Gl?ck ein.


2.12.05 15:31
 
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