Odile in der Internationalen Republik Berlin - dans la République internationale d'outre-ciel
 



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Der Surexpress f?hrt aus der Vergangenheit in mein jetziges Leben ein. Die Gleise lagen da wohl noch all die Jahre, unbenutzt, so sehr, dass ich vergessen hatte, dass es sie gibt. Vor den Gleisen liegt ein Bahnsteig und an den Bahnsteig grenzt eine Bahnhofshalle, dort wartet unter einer dunkelblauen M?tze ein Gep?cktr?ger. Neben ihm steht der Gep?ckwagen, eine dunkelbraune Metallplatte auf Rollen mit einem beweglichen Griff zum Ziehen.
Kann sein, es ist derselbe Gep?cktr?ger, der fr?her meinen Koffer von der Bahnhofshalle ?ber den Bahnsteig zum Surexpress bef?rdert hat. Der Surexpress f?hrt ein, doch niemand nimmt den Dienst des Gep?cktr?ger in Anspruch. Die Reisenden reisen heutzutage mit Rollkoffer.
Der Mann steht unter seiner M?tze, stolz und bescheiden, denn machen wir uns nichts vor, und er macht sich auch nichts vor, sein Beruf ist mit der Erfindung des Rollkoffers nutzlos geworden. Der Beruf des Gep?cktr?ger geh?rt in das Lexikon der ausgestorbenen Berufe. Aber ein Mann mit einem ausgestorbenen Beruf ist noch l?ngst nicht selbst tot. Was macht ein lebendiger Mann mit einem ausgestorbenen Beruf? Er h?lt die Berufsehre aufrecht, denn auch die Ehre ist weiterhin lebendig. Mann und Ehre und Wagen stehen zusammen in der Bahnhofshalle und warten, bis der Mann in Rente geht oder stirbt, bis die Ehre in Rente geht oder stirbt oder der Wagen.
Die Erfindung des Rollkoffers geh?rt in das Lexikon der Dinge, die einerseits besser nicht erfunden worden w?ren.
1.12.05 10:23
 
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